Kunden häufig: “Sollten wir nicht auf 30 Grad gehen, um auch im Winter jedes bisschen Sonne einzufangen?”
Einleitung: Wer eine Solaranlage plant, hat oft das klassische Bild im Kopf: Module, die steil zur Sonne ausgerichtet sind. Besonders auf Flachdächern.
Die Antwort überrascht viele: Gerade im Winter und auf Flachdächern in Deutschland ist eine flache Aufständerung von ca. 10 Grad oft leistungsstärker als eine steile Variante. Warum das so ist, liegt an der Physik der tiefstehenden Sonne und der Sicherheit.
Hier erkläre ich ausführlich, warum ich bei Flachdächern fast immer zur 10-Grad-Lösung rate.
1. Der Winter-Effekt: Die Tücke der tiefstehenden Sonne
Es klingt erst einmal logisch: Im Winter steht die Sonne tief. Müsste man die Module dann nicht steiler aufstellen, damit sie “frontal” zur Sonne schauen?
Das Problem ist der Schattenwurf. Je tiefer die Sonne steht, desto länger werden die Schatten. Stellen Sie sich vor, wir würden die Module auf Ihrem Flachdach steil (z.B. 30°) aufstellen. Die erste Reihe würde die tiefstehende Wintersonne gut einfangen – aber sie würde einen langen Schatten auf die zweite und dritte Reihe werfen. Das Ergebnis: Ein Großteil Ihrer Anlage wäre im “Winterschlaf” und würde keinen Strom produzieren.
Der Vorteil von 10 Grad: Durch die flache Bauweise werfen die Module selbst bei extrem tiefstehender Sonne kaum Schatten auf die dahinterliegenden Reihen.
- Keine Eigenverschattung: Das Sonnenlicht erreicht alle Module auf dem Dach, nicht nur die erste Reihe.
- Diffuses Licht: Im deutschen Winter haben wir oft bewölkten Himmel (diffuses Licht). Hier spielt der Winkel zur Sonne kaum eine Rolle. Wichtig ist, dass die Module den ganzen “Himmel sehen” können und sich nicht gegenseitig verdecken.
So holen wir mit 10 Grad Neigung in der Summe oft deutlich mehr Winterstrom vom Dach als mit steilen Aufbauten, die sich gegenseitig im Weg stehen.
2. Sicherheit bei Wind und Wetter
Ein Solarmodul ist statisch gesehen wie ein Segel. Je steiler es im Wind steht, desto gewaltiger sind die Kräfte, die daran zerren.



- Aerodynamik: Bei 10 Grad Neigung (wie auf meinen Projektbildern zu sehen) bieten die Module dem Wind kaum Angriffsfläche. Der Wind gleitet aerodynamisch darüber hinweg.
- Weniger Ballast: Um eine steile Anlage sturmsicher zu machen, müssten wir das Dach mit enormen Gewichten (Betonplatten) beschweren. Viele Flachdächer (z.B. auf Garagen oder Bungalows) sind für diese Last gar nicht ausgelegt.
- Dachschutz: Die 10-Grad-Lösung benötigt deutlich weniger Beschwerung. Das schont die Statik und die Dachhaut (Bitumen oder Folie) erheblich.
3. Selbstreinigung trotz flacher Bauweise
Ein Argument gegen ganz flache Module (0 Grad) ist, dass Schmutz und Wasser liegen bleiben. Ab einer Neigung von ca. 10 Grad setzt jedoch der Selbstreinigungseffekt ein. Regenwasser läuft zuverlässig ab und spült Staub und Pollen mit herunter. 10 Grad sind also der perfekte Kompromiss: Steil genug für die Reinigung, aber flach genug für die Aerodynamik.
Fazit: Das Optimum aus Ertrag und Sicherheit
Für unsere Kunden in Deutschland hat sich die 10-Grad-Aufständerung (oft in Ost-West-Ausrichtung) als Goldstandard etabliert.
Warum diese Lösung gewinnt:
- ✅ Maximaler Winterertrag durch Vermeidung von gegenseitiger Verschattung bei tiefer Sonne.
- ✅ Hohe Sicherheit bei Stürmen durch geringe Windangriffsfläche.
- ✅ Statik-freundlich durch wenig benötigten Ballast.
- ✅ Optik: Die Anlage wirkt modern, flach und ist von unten kaum sichtbar.
Sie haben ein Flachdach und möchten wissen, wie wir diese Vorteile auch bei Ihnen umsetzen können? Schreiben Sie uns für eine individuelle Beratung!
