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Gitterbalkonbalkonkraftwerk 2000W mit 1600W gedrosseltem Hoymiles Wechselrichter

Montagebericht und technische Analyse: Balkonkraftwerk (1600 W Peak) mit 800 W Drosselung

Dieser Bericht dokumentiert die Installation und technischen Merkmale einer Photovoltaikanlage für den Balkonbetrieb. Im Fokus stehen die Befestigung an einem Geländer mit Rundhandlauf sowie die elektrische Konfiguration eines überdimensionierten Wechselrichters (Hoymiles) unter Berücksichtigung der aktuellen Einspeisegrenzen.

1. Systemkomponenten und Spezifikationen

Das installierte System besteht aus folgenden Hauptkomponenten:

Montagesystem: Verstellbare Aluminium-Aufständerung für Geländermontage, spezifisch für Rundrohr-Handläufe.

Solarmodule: Zwei monokristalline Photovoltaik-Module (im Leistungsbereich von je 500 Wp, “Full Black” Optik).

Wechselrichter: Hoymiles Mikrowechselrichter (Modellreihe HMS) mit einer maximalen Ausgangsleistung von 1600 W.

Konfiguration: Der Wechselrichter wurde softwareseitig auf eine maximale Einspeiseleistung von 800 W begrenzt, um den vereinfachten Anmeldeverfahren (VDE-Norm/Netzbetreiber-Vorgaben) zu entsprechen.

2. Montagevorbereitung und Befestigung

Die Installation erfolgte an einem Balkongeländer, das aus einer rot lackierten Stahlkonstruktion (Rundrohr) mit Glaseinsätzen besteht.

Die Halterungskonstruktion

Wie in den Detailaufnahmen erkennbar, wird ein dreieckiges Halterungssystem verwendet. Dieses ermöglicht eine Anwinklung der Module (ca. 30°), was zwei technische Vorteile bietet:

  1. Ertragsoptimierung: Der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen wird verbessert.
  2. Selbstreinigung: Durch die Neigung kann Regenwasser Schmutz und Pollen besser abspülen als bei einer vertikalen (90°) Montage.

Fixierung am Handlauf

Die Lastabtragung erfolgt primär über den oberen Handlauf. Hierbei kommen gummierte Edelstahlschellen oder Haken zum Einsatz. Die Gummierung (erkennbar an der grauen Unterlage zwischen Haken und rotem Rohr) dient dem Schutz der Lackierung vor Kratzern und verhindert Kontaktkorrosion zwischen den unterschiedlichen Metallen (Aluminium/Edelstahl vs. Stahlgeländer).

Die untere Abstützung der Dreieckskonstruktion liegt an den vertikalen Streben oder dem unteren Holm des Geländers an, um die Windlast aufzunehmen und den Neigungswinkel zu fixieren.

3. Elektrische Installation und Kabelführung

Wechselrichter-Positionierung

Der Hoymiles-Wechselrichter ist unterhalb der Module an der Montageschiene befestigt. Diese Positionierung schützt das Gerät vor direkter Sonneneinstrahlung (Vermeidung von thermischem Derating) und Witterungseinflüssen, gewährleistet jedoch gleichzeitig eine ausreichende Luftzirkulation zur passiven Kühlung.

Kabelschutz

Die DC-Kabel (Verbindung Modul zu Wechselrichter) sowie das AC-Anschlusskabel sind, wie auf den Bildern ersichtlich, teilweise in schwarzen Wellrohren verlegt. Dies ist eine fachgerechte Maßnahme zum Schutz vor:

  • UV-Strahlung (Versprödung der Isolierung).
  • Mechanischer Beschädigung (Scheuern am Metallgeländer).
  • Tierverbiss.

4. Technische Bewertung der 1600 W / 800 W Konfiguration

Der Einsatz eines 1600 W Wechselrichters, der auf 800 W gedrosselt ist, anstelle eines nativen 800 W Wechselrichters, folgt einer technischen Logik:

  1. Leistungsreserven: Der Wechselrichter wird im Teillastbereich betrieben. Dies kann die Lebensdauer der Bauteile verlängern, da die thermische Belastung geringer ist als bei einem Gerät, das permanent an seiner Leistungsgrenze arbeitet.
  2. Modulanzahl: Ein 1600 W Wechselrichter (z.B. Hoymiles HMS-1600-4T) bietet in der Regel vier MPPT-Eingänge (Maximum Power Point Tracker). Dies ermöglicht bei Bedarf den Anschluss von bis zu vier Modulen, auch wenn die Gesamtausgabe auf 800 W limitiert bleibt. Dies ist ideal, um bei Bewölkung oder schlechten Lichtverhältnissen dennoch die maximal erlaubten 800 W zu erreichen (“Overpaneling”).
  3. Zukunftssicherheit: Sollten sich die regulatorischen Rahmenbedingungen ändern, kann die Drosselung per Software (DTU – Data Transfer Unit) angepasst oder aufgehoben werden, ohne die Hardware tauschen zu müssen.

5. Fazit

Die dokumentierte Montage zeigt eine solide, technisch durchdachte Installation. Die Verwendung einer geneigten Aufständerung maximiert den Ertrag, während die Drosselung des leistungsstarken Hoymiles-Wechselrichters die Konformität mit aktuellen Netzanschlussregeln sicherstellt und gleichzeitig Reserven für Schwachlichtphasen bietet. Besonderes Augenmerk wurde auf den Schutz der Bausubstanz (Gummipuffer am Geländer) und der Verkabelung (Wellrohr) gelegt.

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